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    Berufsorientierung am MEG (Sekundarstufe II)

    Wozu Berufsorientierung am MEG ?

    Die Wahl der Studienrichtung und des Berufszieles bedeutet für Schülerinnen und Schüler des Gymnasiums eine Lebensplanung, die in der Regel bis zum Abitur abgeschlossen oder weitgehend festgeschrieben sein muss.

    Häufige Studienabbrüche (1/3 aller Studenten brechen ihr Studium ab!), Wechsel der Studienfächer und unglückliche Berufsanfänger zeigen, dass die Wahl der Studienrichtung bzw. des Berufes für viele ein problematischer weil unsicherer Prozess ist. Eine Ursache liegt in der Unkenntnis derjenigen, die sich im Alter von 18 oder 19 Jahren entscheiden und diese Entscheidung -oftmals als Fehlentscheidung- ein Leben lang tragen müssen. Sie haben unklare oder falsche Vorstellungen von dem, was sie in Studium und Beruf erwartet.
    Um die häufig eklatante Divergenz von Vorstellung und Wirklichkeit im Berufs-findungsprozess zu minimieren, wollen wir als Gymnasium unseren Oberstufenschülern in den 3 Jahren vor dem Abitur Einblicke in Studiengänge und Berufsstrukturen ermöglichen und Entscheidungen sicherer machen.
    Die BO soll mit ihrem vielfältigen Angebot und in Partnerschaft mit Arbeitsamt und Hochschule den Schülerinnen und Schülern erfahrbar machen, welchen allgemeinen und sozialen Bedingungen die Arbeitswelt unterliegt, welche Tätigkeitsfelder den einzelnen Berufen zugeordnet sind und was den Abiturienten in den Studiengängen erwartet. Mit den vermittelten Informationen und gewonnenen Erfahrungen kann er seine eigene Qualifikation, Berufsanforderung und Lebensplanung leichter und sicherer aufeinander abstimmen.
    Das Angebot der Berufsorientierung am MEG versteht sich als Beratungssystem für einen offenen und differenzierten Berufsfindungsprozess, das in enger Zusammenarbeit mit der Oberstufenberatung des Arbeitsamtes Anregungen und Hilfen an die Hand gibt.


    Die 10 Elemente der Berufsorientierung (BO) und ihre Veranstaltungen

    1. Beratung

    Die fachspezifische Beratung zur Berufsorientierung und die eigentliche Berufsberatung werden vom Arbeitsamt Brühl durchgeführt. Für allg. Fragen, Vermittlung weiterer Beratung und für die Organisation der BO ist das Beratungsteam am MEG zuständig.

    2. Handbuch

    Das MEG hat ein Handbuch erstellt, das jedem Schüler und jeder Schülerin der Jst. 11 ausgehändigt wird. Hier sind Struktur und Ablauf der Berufsorientierung ersichtlich.

    3. Berufsinformationszentrum (BIZ) und Berufsorientierung

    Der Besuch im Berufsinformationszentrum des Arbeitsamtes Brühl (die Oberstufenberatung des Arbeitsamtes) gibt eine Einführung in die Grundlagen, Möglichkeiten und Methoden der BO und stellt verschiedene Medien vor, aus denen Erstinformationen zu Berufsfeldern und Berufen gewonnen werden können. EDV-gestützte Programme fragen gezielt nach individuellen Wünschen, Fertigkeiten und Fähigkeiten der Schüler und werten sie aus.

    4. Berufsfeldtag

    Diese Veranstaltung findet als Pflichtveranstaltung an einem Samstagvormittag statt. Berufspraktiker stellen hier Berufsfelder oder einzelne Berufe vor. Die Organisation erfolgt durch die Schule in Abstimmung mit der Oberstufenberatung des Arbeitsamtes.

    5. Eignungstest Berufswahl

    In Zusammenarbeit mit dem geva -Institut, München, bietet die Schule allen Schülerinnen und Schülern der Jahrgangsstufe 11 diesen Test an. Die Teilnahme ist freiwillig. Für Test und Auswertung wird von geva eine Gebühr erhoben, 2000/2001 ca. 40 DM/Teilnehmer. Bisher konnten wir Sponsoren finden, die die Kosten übernommen haben. Nach Auswertung durch geva werden die Ergebnisse jedem Teilnehmer zugestellt. Abzulesen sind Berufsinteressen, persönliche Neigungen, Stärken und Schwächen, Vorschläge für Studien- und Berufswege.

    6. Schüler fragen - Insider antworten

    Diese Veranstaltung ist als Abendveranstaltung geplant und wendet sich als Vertiefung der in der BOW gewonnenen Erfahrungen an die Jst. 12. Wie am Berufsfeldtag stehen Berufs-praktiker zur Verfügung. Die Beratung erfolgt in Einzelgesprächen oder Gesprächskreisen, so dass sich die Beratung an den individuellen Fragen und Interessen orientieren kann.

    7. Zulassungsverfahren der ZVS
    Obwohl die Studienplatzvergabe durch die Zentralstelle in Dortmund z.Zt. an Bedeutung verliert, ist die Kenntnis des Verfahrens für angehende Studenten noch unerlässlich. Die Oberstufenberater des Arbeitsamtes führen die Beratung in 13.2 durch.

    8. Die Berufsorientierungswochen (BOW)

    Die BOW sind ein Kernstück der Berufsorientierung. Sinn und Zweck ist es, dass Schüler über einen längeren Zeitraum (2 Wochen) Einblicke in die Arbeitswelt, deren Abläufe, Organisation und Gesetzmäßigkeiten erfahren. Wo möglich, sollen sie durch Integration in die Arbeitsprozesse mit eigener Tätigkeit Erfahrungen sammeln bzw. erarbeiten.

    Die BOW finden am Ende des Schuljahres der Jst. 11 statt. Sie können auf Wunsch der Teilnehmer um eine Woche verlängert werden. Die Schüler suchen in der Regel selbst einen BOW-Platz nach eigenen Vorstellungen, möglichst im Bereich ihres für die Zukunft angedachten „Traumberufes“. Gfls. unterstützt das BO-Team die Schülerinnen und Schüler bei der Suche. Der Praktikumsplatz wird seitens der Schule auf seine Eignung geprüft.

    Aus organisatorischen und finanziellen Gründen soll sich die Suche nach einem geeigneten BOW-Platz  auf den Raum Brühl, den Erftkreis und den Raum Köln/Bonn konzentrieren.

    Während der BOW werden die Schülerinnen und Schüler von einem Kurslehrer an ihrem Praktikumsplatz besucht. Während und nach der BOW erfassen und bewerten die Teilnehmer ihre Tätigkeit in einer vorbereiteten Praktikumsmappe. Auch das jeweilige Unternehmen bestätigt und bewertet das Verhalten während der BOW. Die Bestätigungen laufen beim BO-Team zusammen und werden dort ausgewertet. Unmittelbar nach Ende der BOW tauschen die Teilnehmer in einer „Manöverkritik“ ihre Erfahrungen aus.

    9. Berufsberatung des Arbeitsamtes
    Die Beratung erfolgt durch Oberstufenberater des Arbeitsamtes. Sie informieren in Fachvorträgen über einzelne Berufe. Vorgesehen sind Vorträge, die Auskunft geben über betrieblich-gewerbliche und hochschulgebundene Ausbildungsgänge eines Berufsfeldes, z.B.:

    ·      Kaufmännische Ausbildung und Studium der Wirtschaftswissenschaften

    ·      Jura und Öffentlicher Dienst

    ·      Umweltberufe

    ·      Gesundheitsdienstberufe

    Diese Vorträge wenden sich an Interessenten aus der Jst. 12 und 13, die schon eine Vorentscheidung für einen bestimmten Berufsbereich getroffen haben.

     

    10. Bewerbungstraining

    In Zusammenarbeit mit Firmen und Institutionen bietet das MEG ein Bewerbungstraining an, um denen, die sich für eine betriebliche oder gewerbliche Ausbildung nach dem Abitur entschieden haben, Fähigkeiten und Fertigkeiten bei Bewerbungsverfahren zu vermitteln.

Dietger Höhnel